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Freitag, 24. Oktober 2014

Jungfrauenweihe und Witwenweihe - Berufungen für die heutige Zeit

Jungfrauenweihe und Witwenweihe
Berufungen für die heutige Zeit

Jungfrauenweihe? Witwenweihe? Was ist denn das? Wahrscheinlich kennen es nicht viele. Vor allem die Witwenweihe ist noch unbekannt. Doch beides sind gerade in der heutigen Zeit Zeugnisse für die Welt.

Bei beiden Berufungen ist Gott die Bezugsperson, der Ehemann. ER beruft. Und die Frauen, die sich ganz und gar an Gott binden, drücken damit ihre Berufung aus.
 Zeugnisse über die Witwenweihe werden selten gefunden. Wer im Internet sucht, wird jedoch fündig, so gibt es geweihte Witwen in der Erzdiözese Wien.

Es sind kurze Zeugnisse, die bezeugen, warum jemand die Witwenweihe empfängt. – Sich IHM anvertrauen. Und: Vielleicht hat manche Frau schon vor der Ehe die Berufung zum Ordensleben gehabt, diese aber aufgegeben? Während der Ehe spürt sie diese Berufung jedoch wieder oder nach dem Tode des Mannes? Bestimmt gibt es Gemeinschaften, die auch Witwen nehmen, aber diejenigen, die weiterhin in der Welt leben möchten und sich doch ganz an Gott binden möchten? Mir persönlich sind zwei Fälle von Frauen bekannt, die eine ist sehr jung Witwe geworden (sie war noch keine 30 Jahre alt) und sie suchte, wie sie Gott verkünden kann. Leider kannte sie die Witwenweihe nicht. Eine andere Frau bereute auch, dass sie nicht ins Kloster gegangen war, nach der Ehe war es für sie zu spät. Aber sie hatte ein intensives Gebetsleben.
 Auch bei der Jungfrauenweihe ist dies so.  Es kann verglichen werden mit der Hochzeit. Das gleiche gilt für Menschen, die Eremiten werden, Priester werden oder in  einen Orden eintreten. Daher können die Punkte, die die Deutsche Bischofskonferenz mit einem Flyer für die Ehe veröffentlicht hat, ebenso ähnlich für diese  Berufungen übernommen werden.
Etwa verändert übernehme ich es hier vieles von dem, was im Flyer für die Ehe steht, die Überschriften sind (fast) immer die gleichen:



1.     Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe

Der Mensch sehnt sich danach geliebt zu werden und Liebe zu schenken.  Er ist auf ein „Du“ hin geschaffen. Liebe braucht keine Begründung. Liebe ist das allumfassende und bedingungslose Ja zu Gott um Seiner selbst willen ohne Hintergedanken und Vorbehalte


2.   Wahre Liebe will Dauer
Liebe erschöpft sich nicht im Zauber des Augenblicks. Sie setzt keinen zeitlichen Grenzen und kennt kein Verfallsdatum. Wer liebt sagt: „Du kannst dich immer auf mich verlassen.“ Gott spricht dies zu jeden einzelnen von uns und möchte uns so, wie wir sind.  Diese Verlässlichkeit vertreibt die Angst, dem anderen nicht zu genügen oder auf verlorenem Posten zu stehen.


3.   Ein Versprechen mit Leib und Seele

Der Mensch hat Leib und Seele. Daher wird diese Liebe auch mit Leib und Seele gelebt. All unsere Gebetshaltungen drücken wir durch den Leib aus. All die Liebe geben wir an andere durch unsere Seele, aber auch mit dem Leib weiter.


4.   Die Berufungen brauchen Schutz und verdienen Anerkennung

Um eine Berufung entfalten zu können braucht es zunächst einen gewissen Rahmen, im Schutze kann diese noch mehr reifen. Dafür gibt es geistliche Begleitung, oder auch die Personen, die einen auf diese/ in dieser Berufung stärken. Unter diesem Schutz entwickelt sich dann das bewusste Ja, das auch nach außen dringt. – Und hier gibt es manchmal Anerkennung, weil der Weg bewusst gegangen wird, man zur seiner Entscheidung steht und ein christliches Zeugnis gibt.


5.    Es ist ein Wagnis, das  Mut und Engagement erfordert

Jungfrauenweihe – Witwenweihe: Im Gegensatz zum Klostereintritt nicht am Beginn einer Berufung, sondern diese ist schon gewachsen. Und trotzdem: Der Mensch reift und ändert sich. Es gilt immer wieder neu; jeden Tag neu bewusst das Ja zu Christus, dem Bräutigam zu sagen
Und weiter ist es ein großes Wagnis, da diese Berufung nicht jeder versteht und so auch manche Äußerung sehr verletzend sein kann.  Für viele Menschen heutzutage ist es normal, zu heiraten, vor der Ehe schon zusammen zu ziehen, wenn kein Partner mehr da ist, sich  einen neuen Partner suchen. Gott geweihte Frauen sind hier Exoten, die nicht von jedem verstanden werden.
Und Engagement? Wer auf die Kirche hin geweiht ist, sollte sich auch in der Kirche engagieren.  Welche Aufgabe es ist, ist meist ihm selbst überlassen. Aber ohne in der Kirche mitzuwirken, geht es nicht.


6.   Liebe teilt sich mit

Liebe teilt sich nicht nur mit, Liebe teilt. Wer liebt, der möchte möglichst viel mit dem Geliebten machen, immer bei ihm sein. Beide Berufungen können nur aus Liebe heraus geschehen. Aus Liebe schenkt Christus diese Berufung. Aus Liebe erfolgt die Antwort, die die Frau dann spricht und auch öffentlich zeigt.


7.    Diese Berufung ist eine Sakramentale in der katholischen Kirche

Es handelt sich zwar um kein Sakrament, sondern „nur“ eine Sakramentale innerhalb der Kirche, aber ist genauso wertvoll. Und: Es ist eine Weihe. - Geweiht wird nur, was dem weltlichen entzogen wird. Alles andere sind Segnungen. Mit dieser Weihe wird das lebenslange Ja gesagt, das Ja, weiterhin nur für Christus da zu sein und für ihn zölibatär zu leben.


8.   Es ist ein Stück gelebte Kirche

Es ist ein Weg innerhalb der Kirche. Manche mögen dies als radikalen Weg empfinden. Aber es ist ein Weg, der die Kirche heiligt. Das tägliche Gebet gehört auf alle Fälle dazu. Aber auch sonst gilt es sich, in der eigenen Gemeinde nach Möglichkeit zu engagieren. In welchem Maße und wo, das muss man selbst herausfinden.


9.   Gott ist auch bei denen, die Fehler machen


Es ist menschlich, Fehler zu machen. Wir werden auf unserem Wege zur Weihe und danach wahrscheinlich immer wieder Fehler machen, auch sündigen. Aber das ist kein Problem. Christus nimmt uns trotzdem so an, wie wir sind. Und außerdem: Wir haben die Möglichkeit, uns zu korrigieren. Und wir können unser Sünde in dem Sakrament der Versöhnung vor Ihn bringen. 

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